Refugee Law Clinic Hannover feiert zweijähriges Bestehen

Janna Remmers Verein 0 Comments

Heute feiert die Refugee Law Clinic Hannover e.V. zweijähriges Vereinsjubiläum und kann eine erfolgreiche Zwischenbilanz ziehen: Die größte Hürde, die Etablierung als anerkannte Anlaufstelle für rechtliche Fragen von Geflüchteten und ihren ehrenamtlichen Begleiter*innen, ist genommen. Mittlerweile beraten über 60 Jurastudierende die Schutzsuchenden ehrenamtlich bei asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen, für die keine anwaltliche Vertretung notwendig ist.

Vor zwei Jahren begann alles mit einer kühnen Idee: Kostenlose Rechtsberatung für Geflüchtete in Hannover. Während einige Menschen darüber schmunzelten, fanden sich im Herbst 2014 eine Hand voll hannoversche Jurastudierende und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen zusammen, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Getragen von den dramatischen Entwicklungen in den weltweiten Kriegsgebieten und auf den Fluchtrouten nach Europa entstand zügig ein tragfähiges Konzept und bald darauf eine umfassende Vereinsstruktur. Nach der offiziellen Gründung am 27.03.15 folgte die Vernetzung mit erfahrenen Anwält*innen im Asyl- und Aufenthaltsrecht sowie mit regionalen Hilfsorganisationen und anderen Refugee Law Clinics in Deutschland. In den folgenden Semestern nahmen ca. 100 Jurastudierende an der mehrtägigen Ausbildung teil. Bis heute wurden über 400 Mandate betreut, von denen die Hälfte aktuell noch in Bearbeitung ist. Mit ihrem durch mehrtägige Intensivkurse erworbenen Wissen stehen die Berater*innen den Geflüchteten insbesondere bei der Vorbereitung zur Anhörung und bei dem oft schwierigen Prozess der Familienzusammenführung zur Seite. Dabei werden sie von einem Beirat aus Anwält*innen sowie 100 ehrenamtlichen Übersetzer*innen unterstützt, ohne die eine Rechtsberatung in vertrauensvoller Atmosphäre nicht möglich wäre.

Motiviert durch zwei Jahre erfolgreiche Arbeit und die anhaltende Professionalisierung blicken die neuen Vereinsvorsitzenden Milena Heine und Niclas Stock optimistisch in die Zukunft: „Unser Ziel ist es, weitere Berater*innen auszubilden, um Geflüchteten qualitativ hochwertige Beratung anzubieten“. Um Ausbildung und Beratung sicherzustellen, bemühen sich der Vorstand sowie die dreizehn Referent*innen insbesondere um eine langfristig gesicherte Finanzierung des Vereins. Doch schon jetzt ist mit viel Herzblut und Engagement aus einer losen Idee eine professionelle Struktur geworden, die auch in den nächsten Jahren vielen Schutzsuchenden einen fachlichen Anlaufpunkt in häufig unsicheren Lebenssituationen bieten soll.

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